
Ackerpost
Was für Wochen liegen hinter uns!
Eine unglaubliche Trockenheit und Hitze haben Mensch, Tier und Pflanze gleichermaßen gefordert. Alles stöhnt unter den hohen Temperaturen.
Umso dankbarer bin ich, dass unser Wasser auch diesmal ausgereicht hat.
Das war jedoch nur möglich, weil viele von euch immer wieder in den Abendstunden zum Gießen gekommen sind und mit großem Einsatz Verantwortung übernommen haben.
Dafür möchte ich euch von Herzen danken.
Gerade in solchen Zeiten wird spürbar, was Wasser wirklich bedeutet.
Wasser ist Leben.
Wir erleben unmittelbar, wie abhängig wir von diesem kostbaren Lebenselixier sind.
Ein achtsamer und nachhaltiger Umgang damit ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine grundlegende Voraussetzung für unsere Zukunft.
Auf mehreren Beetflächen haben wir Ackerbohnen als Vorkultur für die späteren Kohlkulturen angebaut.
zeigt sich ein erfreuliches Bild: Zahlreiche Stickstoffknöllchen haben sich gebildet.
Sie bleiben nach der Ernte im Boden und versorgen die nachfolgenden Kulturen nach und nach mit wertvollem Stickstoff.
Solche natürlichen Kreisläufe machen immer wieder deutlich, wie intelligent und nachhaltig die Natur arbeitet.
Ein besonderer Höhepunkt war unsere 5-Jahres-Feier bei stolzen 33 °C.
Trotz der Hitze kamen zahlreiche Besucherinnen und Besucher auf unser Gelände.
Viele Mitglieder engagierten sich bei Kaffee und Kuchen, Kaltgetränken und Eis und machten das Fest zu einem wunderbaren Gemeinschaftserlebnis.
Das Programm war vielfältig und lebendig:
Tobi begeisterte mit seinem Jonglierworkshop, Simone, Dani und Christine luden zum kreativen Gestalten ein, Silke verzauberte Groß und Klein mit ihren Märchen, und die Live-Musik sorgte für eine entspannte und fröhliche Atmosphäre.
Besonders gefreut haben mich die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei den Gartenführungen.
Das große Interesse und die Wertschätzung für unseren Garten berühren mich immer wieder.
Und plötzlich waren sie da:
Pavillons, Sonnenschirme und viele weitere Dinge aus privatem Besitz, die spontan zur Verfügung gestellt wurden.
Solche Momente zeigen, was Solidarität und Gemeinschaft bedeuten.
Viele Menschen bringen ihre Fähigkeiten, ihre Zeit und ihre Ressourcen ein – und gemeinsam entsteht etwas Größeres.
Mit einem Infostand waren wir außerdem beim Festival der Zukünfte in Kempten vertreten.
Dort konnten wir gemeinsam mit anderen Solawis aus dem Allgäu unsere Arbeitsweise vorstellen und viele interessante Gespräche über solidarische Landwirtschaft führen.
Abends haben wir dann als Gemeinschaft gefeiert, Geschichten von früher erzählt und den Tag Revue passieren lassen.
Mit großer Freude beobachte ich täglich die Artenvielfalt auf unserem Gelände.
Schmetterlinge tanzen über die Blühflächen, Käfer und Wildbienen sind unterwegs, Ringelnattern sonnen sich, Kröten und Teichfrösche finden am Wasser ihren Lebensraum.
Goldammern und Mönchsgrasmücken begleiten uns mit ihrem Gesang, während Schwalben im Flug Wasser vom Teich holen. Hummeln, Grashüpfer, Heupferde, Schwebfliegen und Marienkäfer sind ebenfalls zahlreich vertreten.
All diese Tiere zeigen, dass unser Garten nicht nur Nahrung für Menschen hervorbringt, sondern auch ein wertvoller Lebensraum für viele andere Lebewesen geworden ist.
Auch die Ernte entwickelt sich erfreulich.
In den Gemüsekisten finden sich inzwischen die ersten Gurken und Zucchini – neben Salaten, Kräutern, Lauchzwiebeln, Kohlrabi und Mangold.
Insgesamt sind die Pflanzen gesund und kräftig. Zwar treten vereinzelt Blattläuse auf, doch unsere Nützlinge arbeiten unermüdlich daran, das natürliche Gleichgewicht zu erhalten.
Beim dritten Aktionstag haben rund 50 Erwachsene gemeinsam unglaublich viel bewegt.
Ein Teil des Zaunes am Rundbeet wurde entfernt, damit die Pflege der Beete künftig leichter fällt.
Als neue Einfassung wurden Leistensteine gesetzt. Auf der Walnussfläche entstand die Grundlage für eine neue Blühfläche.
Zahlreiche Pflanzen fanden ihren Platz im Boden, während die Kinder mit Begeisterung bunte Stoff-Mobile gestalteten.
Auch der Workshop „Hochbeete anlegen“ mit Tobi war sehr gut besucht.
Eine neue Kompostmiete wurde aufgebaut, die Stangenbohnen gesteckt und zum Abschluss wartete ein reichhaltiges und leckeres Buffet auf alle Helferinnen und Helfer.
Wenn ich auf die vergangenen Wochen zurückblicke, erfüllt mich vor allem eines: Dankbarkeit.
Für eure Unterstützung, eure Bereitschaft mit anzupacken, eure Begeisterung und das Vertrauen, das ihr diesem Projekt entgegenbringt.
Gemeinsam machen wir einen Unterschied.
Jede und jeder bringt sich in dem Maß ein, wie es möglich ist. So gestalten wir Wandel, stärken Gemeinschaft und säen weit mehr als Gemüse:
Wir säen Verbundenheit, Verantwortung und Zukunft.
Herzliche Grüße
Eure Gärtnerin Ruth